rufen

rufen

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ru|fen ['ru:fn̩], rief, gerufen:
1. <itr.; hat seine Stimme weit hallend ertönen lassen:
er rief mit lauter Stimme; der Kuckuck ruft.
Syn.: blöken, brüllen, grölen (ugs.), johlen (abwertend), kreischen, schreien.
2. <itr.; hat tönend auffordern (zu etwas):
die Glocke ruft zum Gebet; die Mutter hatte schon lange zum Essen gerufen.
3. <itr.; hat (nach jmdm., etwas) verlangen; jmdn. auffordern zu kommen:
das Kind ruft nach der Mutter; er ruft um Hilfe; der Gast rief ungehalten nach der Bedienung; <auch tr.> Hilfe rufen; der Kranke ließ den Arzt rufen; ich habe dich gerufen, weil wir etwas zu besprechen haben.
Syn.: holen, 2 laden, schicken nach, vorladen, zu sich befehlen, zu sich bestellen, zu sich bitten, zu sich zitieren, [zu sich] kommen lassen.
4. <tr.; hat mit einem bestimmten Namen nennen:
seine Mutter hat ihn immer nur Hans gerufen; sie wird meistens Bibi gerufen.

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ru|fen 〈V. 201; hat
I 〈V. intr.〉
1. laut, mit weittragender Stimme aussprechen
2. die Stimme laut ertönen lassen (auch von Tieren)
● „Komm schnell!“ rief er ● der Kuckuck ruft im Frühjahr; ich muss leider gehen, die Pflicht ruft 〈fig.〉 ● anhaltend, aufgeregt, wiederholt, wütend, zornig \rufen; ich habe laut und deutlich gerufen! ● nach jmdm. \rufen rufen, damit jmd. kommt; ich habe lange nach dir gerufen; der Patient rief nach der Schwester; der Gong ruft zum Essen
II 〈V. tr.〉
1. jmdn. \rufen
1.1 kommen lassen, herbeiholen
1.2 nennen, anreden
2. 〈umg.; bes. süddt. u. schweiz.〉 jmdm. \rufen jmdn. rufen
● bitte \rufen Sie ihn, lassen Sie ihn \rufen; wir \rufen ihn Heini ● den Arzt \rufen; mir ist, als hörte ich „Hilfe!“ \rufen ● jmdn. bei, mit seinem Namen \rufen; jmdm. etwas ins Gedächtnis \rufen ihn daran erinnern; ein dienstlicher Auftrag rief ihn nach Hamburg; du kommst wie gerufen 〈umg.〉 im rechten Augenblick; jmdn. zum Essen \rufen; Gott hat ihn zu sich gerufen 〈poet.〉 er ist gestorben; jmdn. zu Hilfe \rufen; jmdn. zur Ordnung \rufen ihn auffordern, sich ordentlich zu benehmen, sachlich zu bleiben
III 〈V. refl.; umg.〉 ich habe mich heiser gerufen ich habe so lange gerufen, bis ich heiser wurde
[<ahd. (h)ruofan, got. hropjan; zur idg. Schallwurzel *kar-, *kara- „laut preisen, rühmen“, verwandt mit Ruhm u. Gerücht]

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ru|fen <st. V.; hat [mhd. ruofen, ahd. (h)ruofan, wahrsch. lautm.]:
1.
a) sich durch einen Ruf (1) bemerkbar machen:
laut, mit kräftiger Stimme, aus Leibeskräften, wiederholt, lange r.;
ruft da nicht jemand?;
b) einen Ruf (2 a) ertönen lassen:
im Wald ruft der Kuckuck, ein Käuzchen.
2. <r. + sich> durch [längeres] Rufen (1 a) in einen bestimmten Zustand geraten:
sich heiser r.
3. mit lauter Stimme äußern, ausrufen:
etw. [aus dem Fenster] r.;
Hilfe, Hurra/hurra r.;
»Bravo!«, riefen beide wie aus einem Munde;
<unpers.:> aus dem Zimmer rief es: »Herein!«.
4. rufend (1 a) nach jmdm., etw. verlangen:
das Kind rief nach seiner Mutter;
der Gast rief nach der Bedienung, nach seinem Essen;
nach, um Hilfe r.;
<nicht standardspr., südwestd. u. schweiz. ugs. auch mit Dativobj.:> der Gast rief dem Ober;
er rief mir (rief mir zu), ich solle kommen.
5. durch Anruf o. Ä. jmdn. an einen bestimmten Ort bitten, wo er gebraucht wird; telefonisch o. Ä. jmdn. herbeirufen, jmdn., etw. kommen lassen:
hast du mich gerufen?;
die Polizei, die Feuerwehr, ein Taxi r.;
der Arzt wurde ans Krankenbett, zu der Patientin gerufen;
jmdn. ins Zimmer, vor Gericht, zu sich r.;
jmdn. zu Hilfe r.;
Ü sich, jmdm. etw. in Erinnerung/ins Gedächtnis r.;
dringende Geschäfte riefen sie nach München (veranlassten sie, nach München zu fahren);
Gott hat sie zu sich gerufen (geh. verhüll.; sie ist gestorben);
[jmdm.] wie gerufen kommen (ugs.; zufällig gerade in einem Moment auftreten, erscheinen, geschehen, wo dies [jmdm.] äußerst willkommen ist: du kommst [mir] wie gerufen!)
6. [durch Rufen (1 a)] zu etw. auffordern:
der Vater ruft zum Essen;
zum Widerstand, Aufstand r. (aufrufen);
Ü die Glocke ruft zum Gebet.
7.
a) mit einem bestimmten Namen nennen:
er wird »Kalle« gerufen;
<nicht standardspr., südwestd. u. schweiz. ugs. auch mit Dativobj.:> die Buben sollen mir »Mama« r.;
b) (veraltend) (mit seinem Namen) anreden:
er rief sie bei ihrem, mit ihrem Namen.
8. telefonisch od. über Funk mit jmdm. die Verbindung aufnehmen:
jmdn. [unter der Nummer 34 71 06] r.;
rufen Sie 22 22 22;
Teddybär ruft Zeppelin (über Funk: … bittet Zeppelin, sich zu melden).

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ru|fen <st. V.; hat [mhd. ruofen, ahd. (h)ruofan, wahrsch. lautm.]: 1. a) sich durch einen ↑Ruf (1) bemerkbar machen: laut, mit kräftiger Stimme, aus Leibeskräften, wiederholt, lange r.; ruft da nicht jemand?; b) einen ↑Ruf (2 a) ertönen lassen: im Wald ruft der Kuckuck, ein Käuzchen. 2. <r. + sich> durch [längeres] Rufen (1 a) in einen bestimmten Zustand geraten: sich heiser r. 3. mit lauter Stimme äußern, ausrufen: etw. [aus dem Fenster] r.; Hilfe, Hurra/(auch:) hurra r.; „Bravo!“ riefen beide wie aus einem Munde; <unpers.:> aus dem Zimmer rief es: „Herein!“ 4. rufend (1 a) nach jmdm., etw. verlangen: das Kind rief nach seiner Mutter; der Gast rief nach der Bedienung, nach seinem Essen; nach, um Hilfe r.; <landsch. ugs. auch mit „über“ + Akk.:> er rief über ihn; nicht standardspr., südwestd. u. schweiz. ugs. auch mit Dativobj.:> der Gast rief dem Ober; er rief mir (rief mir zu), ich solle kommen; ∙ Wer ruft mir? (Goethe, Faust I, 482); ruf dem Pastor (Schiller, Räuber II, 2); Ruft der Mutter, sie soll Blutwurzel bringen und Pflaster (Goethe, Götz V). 5. durch Anruf o. Ä. jmdn. an einen bestimmten Ort bitten, wo er gebraucht wird; telefonisch o. ä. jmdn. herbeirufen, jmdn., etw. kommen lassen: hast du mich gerufen?; die Polizei, die Feuerwehr, ein Taxi r.; der Arzt wurde ans Krankenbett, zu der Patientin gerufen; jmdn. ins Zimmer, vor Gericht, zu sich r.; jmdn. zu Hilfe r.; Ü dringende Geschäfte riefen ihn nach München (veranlassten ihn, nach München zu fahren); Gott hat sie zu sich gerufen (geh. verhüll.; sie ist gestorben); sich, jmdm. etw. in Erinnerung/ins Gedächtnis r.; *[jmdm.] wie gerufen kommen (ugs.; zufällig gerade in einem Moment auftreten, erscheinen, geschehen, wo dies [jmdm.] äußerst willkommen ist): du kommst [mir] wie gerufen! 6. [durch Rufen (1 a)] zu etw. auffordern: die Mutter ruft zum Essen; zum Widerstand, Aufstand r. (aufrufen); die Glocke ruft zum Gebet; das Horn rief zur Jagd. 7. a) mit einem bestimmten Namen nennen: Meine Mutter ... rief mich „Menschlein“, was ich hasste (Lentz, Muckefuck 7); er wird „Kalle“ gerufen; sie riefen mich „Pistenschreck“; <nicht standardspr., südwestd. u. schweiz. ugs. auch mit Dativobj.:> die Buben sollen mir „Mama“ r.; b) (veraltend) (mit seinem Namen) anreden: er rief sie bei ihrem, mit ihrem Namen; wie das schöne Mädchen ... ihn einfach bei Namen rief (Th. Mann, Hoheit 71). 8. telefonisch od. über Funk mit jmdm. die Verbindung aufnehmen: jmdn. [unter der Nummer 34 71 06] r.; rufen Sie 22 22 22; Rufen Sie noch einmal zu Okapi (Gaiser, Jagd 115); Teddybär ruft Zeppelin (über Funk: ... bittet Zeppelin, sich zu melden). 9. (schweiz.) etw. hervorrufen, zur Folge haben: der Vorschlag rief einer heftigen Opposition. ∙ 10. <bis ins 18. Jh. auch sw. V.:> jedes rufte so ungekünstelt sein: „Danke!“ (Goethe, Werther I, 16. Junius).

Universal-Lexikon. 2012.

См. также в других словарях:

  • Rufen — Rufen, verb. irreg. ich rufe, du rufst, er ruft; Imperf. ich rief; Mittelw. gerufen; Imperat. rufe. Es ist in doppelter Gestalt üblich. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, eine laute Stimme von sich hören lassen, wo doch rufen keine so… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • rufen — V. (Grundstufe) etw. laut aussprechen Beispiele: Der Kuckuck ruft im Wald. Er rief meinen Namen. Kollokation: mit kräftiger Stimme rufen rufen V. (Aufbaustufe) einen bestimmten Namen für jmdn. gebrauchen Synonym: nennen Beispiel: Meine Mutter… …   Extremes Deutsch

  • Rufen — ist der Ortsname von Rufen (Kammlach), Ortsteil der Gemeinde Kammlach, Landkreis Unterallgäu, Bayern Rufen (Obergünzburg), Ortsteil der Marktgemeinde Obergünzburg, Landkreis Ostallgäu, Bayern Siehe auch: Ruf …   Deutsch Wikipedia

  • rufen — rufen: Das gemeingerm. Verb mhd. ruofen, ahd. ‹h›ruofan, got. (schwach) hrōpjan, aengl. hrōpan, schwed. ropa ist wahrscheinlich lautnachahmenden Ursprungs und ist dann elementarverwandt z. B. mit aind. carkarti »erwähnt; rühmend« und griech.… …   Das Herkunftswörterbuch

  • rufen — Vst. std. (8. Jh.), mhd. ruofen, ahd. ruofan, as. hrōpan Stammwort. Aus g. * hrōp a Vst. rufen , auch in ae. hrōpan, afr. hrōpa (gt. in hrops Ruf , anord. in hróp Verleumdung, Gericht ). Neben dem starken Verb steht ein schwaches in gt. hropjan,… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • rufen — rufen, ruft, rief, hat gerufen 1. Ich habe die Kinder gerufen, aber sie haben mich nicht gehört. 2. Wir haben sofort einen Arzt gerufen. 3. Bitte rufen Sie die Polizei …   Deutsch-Test für Zuwanderer

  • rufen — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Auch: • Ruf • Schrei • schreien Bsp.: • Sie konnten einen Ruf hören. • Das Mädchen rief um Hilfe. • …   Deutsch Wörterbuch

  • rufen — ru̲·fen; rief, hat gerufen; [Vt] 1 jemanden / etwas rufen mit einem ↑Ruf (1) oder am Telefon jemanden bitten zu kommen <den Arzt, die Polizei, die Feuerwehr rufen; ein Taxi rufen; jemanden rufen lassen; jemanden zu sich rufen> 2 etwas rufen …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Rufen — Boots, a drug manufacturer from England, was the first company to use Direct to Consumer Advertising (DTCA) in 1983 when they advertised Rufen, their own brand of Ibuprofen, on television.In 1980s, the mind set was against DTCA, however; in the… …   Wikipedia

  • rufen — 1. ausrufen, [heraus]schreien. 2. [an]fordern; (geh.): heischen, verlangen; (bildungsspr.): insistieren, postulieren. 3. alarmieren, heranrufen, herbeirufen, her[bei]zitieren, herbeordern, herrufen, zusammenrufen; (ugs.): zusammentrommeln. 4.… …   Das Wörterbuch der Synonyme


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